ÜBER UNS


Von gestern bis heute

Seit wann es im Bistum St. Gallen eine Stelle für Gehörlosenseelsorge gibt, ist nicht bekannt. Soweit sich die älteren Gehörlosen erinnern, gab es am Dom aber ‚schon immer‘ einen Pater oder Priester, der sich um die Gehörlosen kümmerte. Sonntagsgottesdienste wurden gefeiert, Ehen geschlossen, Glaubensunterweisungen gehalten und der eine oder andere Ausflug organisiert.

Seit 2005 ist Dorothee Buschor Brunner für die Gehörlosenseelsorge verantwortlich.


Zur Person

Nach 14 Jahren beende ich meine Tätigkeit als Gehörlosenseelsorgerin Ende März 2019. Ich tue das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich freue mich auf die neue berufliche Herausforderung als Seelsorgerin am Ostschweizer Kinderspital. Gleichzeitig schaue ich mit etwas Wehmut auf die letzten Jahre zurück. Wenn ich die vielen Fotos von Anlässen der Gehörlosenseelsorge durchblättere (und auf der Homepage befinden sich nur jene der letzten 7 Jahre!), stelle ich fest: Wir sind alle miteinander ein Stück älter geworden… Für die vielen schönen Momente, die wir miteinander teilen konnten, sei es bei Gottesdiensten, Ausflügen, Reisen oder auch in persönlichen Gesprächen, danke ich Ihnen von Herzen! Es war Ihre Offenheit und Herzlichkeit, die es mir ermöglichte, die Gehörlosenkultur kennenzulernen und ein Stück weit in sie hineinzuwachsen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, viel Freude und Erfüllung und freue mich, wenn ich Ihnen in Zukunft ausserhalb der Gehörlosenseelsorge begegne

Dorothee Buschor


Von der Hörenden- zur Gehörlosenseelsorge

Bevor Dorothee Buschor Brunner Gehörlosenseelsorgerin wurde, hat sie während 10 Jahren als Pastoralassistentin in hörenden Gemeinden gearbeitet. Auf die Unterschiede zwischen einer hörenden Pfarrei und einer Gehörlosengemeinde angesprochen, meint sie: „Gehörlose Menschen sind – wie alle Menschen – geprägt von ihrer Kultur und ihrer Sprache. Darum ist die Dynamik in einer Gehörlosengemeinde anders als in einer hörenden Gemeinde. Und doch glaube ich, dass sich hörende und gehörlose Menschen in ihren Sehnsüchten gar nicht so stark unterscheiden: Die meisten Menschen sehnen sich danach, zu einer Gemeinschaft zu gehören und Wertschätzung zu erfahren. Sie wollen Sinn erkennen und erahnen, dass ihr Leben von etwas Grösserem getragen wird.“


Die grösste Herausforderung

Auf die grösste Herausforderung in ihrer Arbeit angesprochen, erzählt sie: „Gebärdensprache ist für mich eine Fremdsprache. In dieser Fremdsprache von  unsichtbaren oder sogar unsagbaren Inhalten so zu erzählen, dass sie von Gehörlosen verstanden werden, ist für mich eine grosse Herausforderung. Umso schöner ist es, wenn ich in einem seelsorgerlichen Gespräch miterleben darf, wie ein Mensch das Wirken Gottes im eigenen Leben entdeckt und dank dieser Erfahrung hoffnungsfroh in die Zukunft blickt.“